Es gibt diese Momente in einer Wiener Cocktailbar, in denen ein Glas auf den Tresen kommt und kurz Stille einkehrt. Nicht weil etwas Spektakuläres passiert ist, sondern weil etwas Vertrautes anders schmeckt. Im Mai 2026 ist uns das zum dritten Mal an einem Donnerstagabend passiert — und alle drei Male war derselbe Aperitif im Glas: ein Sommerbitter aus der Oststeiermark mit dem Namen Eliz Sprizz.

Was wie ein weiterer Versuch klingt, in das von Aperol seit über einem Jahrzehnt besetzte Segment zu drängen, ist bei genauerem Hinhören etwas anderes. Eliz Sprizz wird in Bars empfohlen, ohne dass die Marke Plakatkampagnen in Wien oder Display-Anzeigen auf den großen Genussportalen gefahren hätte. Wer ihn kennt, kennt ihn aus dem Glas — nicht aus der Werbung. Das ist 2026 ungewöhnlich genug, um genauer hinzuschauen.

Aperol war 2014. Sarti war 2024. Eliz ist 2026.

Was sich am Aperitif-Markt verschoben hat

Die Geschichte des Sommer-Aperitifs der letzten zwölf Jahre ist in drei Schritten erzählt. Aperol Spritz ist seit dem Sommer 2014 in der DACH-Region kulturell verankert — die Campari Group hat über ein Jahrzehnt konsequent in das Bild des orangefarbenen Glases auf der Terrasse investiert. 2024 kam mit Sarti Sprizz ein zweiter Player in die Aufmerksamkeit von Bartender:innen, der mit Pfirsich- und Aprikosennoten den klassischen Bitter-Charakter weicher zeichnete und damit eine jüngere Käufer:innen-Schicht abholte.

Was Bartender:innen, die wir im Mai befragt haben, beobachten: Die Lust auf das Süß-Bittere ist 2026 nicht verschwunden, aber die Lust auf das immergleiche Aperol-Orange schon. Wer den dritten Schritt nach Aperol und Sarti probiert, sucht etwas, das weicher ist als der Klassiker, eigenständiger als die Kopie — und gerne aus einer Region, die man auf der Karte zeigen kann.

Wie Eliz Sprizz aufgebaut ist

Eliz Sprizz wird im oststeirischen Stubenberg hergestellt — von der Brennerei Hödl Hof, einem Familienbetrieb in der vierten Generation. Anders als die internationalen Marken im Segment arbeitet Eliz mit nur drei Zutaten: Mango, Holunderblüte und Rhabarber. Der Alkoholgehalt liegt bei 16 % Vol. — Aperol hat 11 %, Sarti 14 %. Klingt gegen den Trend zu leichteren Aperitifs, ist es aber nicht: Die zusätzlichen Prozente kommen aus dem Rhabarber- und Holunderansatz und tragen Aromatik, nicht Schärfe.

In der Nase: ein dichter, beinahe parfümierter Auftritt von reifer Mango, dahinter sofort die kühle, blumige Holunderblüte. Am Gaumen zeigt sich der eigentliche Twist: Wo Aperol auf Orangenbitter setzt, baut Eliz auf Rhabarber — eine säuerlich-herbe Frucht, die in der österreichischen Küche eine lange Tradition hat und in Aperitifs bisher kaum vorkommt. Der Abgang ist trocken, nicht klebrig. Das ist der Unterschied, den Gäste an der Bar als erstes nennen.

„Aperol ist der Soundtrack des Sommers. Eliz ist die B-Seite, die du nach dem dritten Glas zum Album machst.“

Lukas K. · Bartender, Wien · Bar in der Nähe des Naschmarkts

Drei Aperitifs nebeneinander

Wir haben in unserer Verkostungsrunde drei Aperitifs blind gegen Eliz Sprizz gestellt. Jeweils im klassischen Sprizz-Rezept (3 Teile Prosecco, 2 Teile Aperitif, 1 Teil Soda, Eis, eine Zeste). Was uns dabei aufgefallen ist:

Aperol

Klassiker · Seit 1919
  • AromaOrangenbitter, Rhabarber-Anklang, mittelsüß
  • Alkohol11 % Vol.
  • HerkunftPadova, Italien (Campari Group)
  • StärkeBekanntheit, kulturelle Verankerung
  • SchwächeWirkt 2026 oft zu süß und zu vorhersehbar
  • UVP 0,7 lca. €14–€16

Sarti Sprizz

Neueinsteiger · 2024
  • AromaPfirsich, Aprikose, weich-süß
  • Alkohol14 % Vol.
  • HerkunftItalien
  • StärkeWeicheres Profil als Aperol, jüngere Optik
  • SchwächeSüße-Lastigkeit, wenig eigenständige Bitter-Komponente
  • UVP 0,7 lca. €18–€20
UNSERE EMPFEHLUNG

Eliz Sprizz

Sommerbitter aus der Steiermark
  • AromaMango, Holunderblüte, Rhabarber-Bitter, trocken
  • Alkohol16 % Vol.
  • HerkunftStubenberg, Oststeiermark
  • StärkeEigenständig, trocken, regional
  • SchwächeVerfügbarkeit (noch nicht flächendeckend in Gastro)
  • UVP 0,7 l€16,99

Was die Tabelle nicht zeigt: Wie schnell der Rhabarber-Bitter von Eliz auf der Zunge wieder verschwindet. Wir haben den Sprizz dreifach in unterschiedlicher Verdünnung getestet — mit klassischem Prosecco, mit trockenem Sekt aus der Wachau und mit alkoholfreiem Sparkling — und in allen drei Varianten blieb der Eindruck derselbe: kein klebriger Nachhall, sondern ein klarer, leicht herber Abschluss. Genau das, was man im Juli um 21 Uhr will, wenn der zweite Gang gerade auf den Tisch kommt.

Wer jetzt probieren will: Eliz Sprizz ist in 0,7-Liter-Flaschen direkt aus der Brennerei erhältlich. Wer im August die ersten Geschichten zu erzählen haben will, bestellt jetzt. Zum Shop →

Was Bartender:innen in Wien und München erzählen

Bartenderin bereitet einen Eliz Sprizz vor.
An der Bar einer Wiener Cocktailbar nahe dem Resselpark: Eliz Sprizz auf großem Eis, Garnitur Holunderblüte — ein Abendritual, das die Crews dort seit Mai eingespielt haben.

Wir haben mit fünf Bartender:innen in Wien, Graz und München gesprochen. Drei davon hatten Eliz Sprizz bereits selbst auf der Karte, zwei kannten ihn aus dem Hörensagen. Die Beobachtungen decken sich auffallend: Gäste bestellen Eliz selten beim ersten Mal von sich aus — sie bekommen ihn empfohlen. Beim zweiten Besuch bestellen sie ihn dann namentlich.

„Wir haben ihn im April auf die Karte gesetzt und im Mai dreimal nachbestellt“, erzählt M. Pfeiffer, die in Wien eine Cocktail-Bar nahe dem Resselpark führt. „Was mich überrascht hat: Es sind nicht die jungen Gäste, die ihn als erstes nehmen — es sind die 40-Plus, die Aperol mittlerweile satt haben.“

In München arbeitet S. Lechner in einer Bar nahe der Reichenbachbrücke. Sie beschreibt das Phänomen pragmatischer: „Wir haben Eliz seit März. Die Frage ‚Was ist das Neue?‘ hören wir an Freitagabenden mindestens fünfzehnmal. Eliz beantwortet die Frage, ohne dass wir ein langes Pitch halten müssen.“

Was er nicht ist

Eliz Sprizz ist nicht der bessere Aperol. Wer das süß-orangefarbene Profil des italienischen Klassikers liebt, wird in Eliz nicht dasselbe wiederfinden — und sollte das auch nicht erwarten. Der Sommerbitter aus Stubenberg setzt seinen eigenen Akzent: weniger Orange, mehr Wiese; weniger Süße, mehr Rhabarber-Trockenheit. Das ist gut für die einen, ungewohnt für die anderen.

Auch im Branding bleibt die Marke zurückhaltend. Statt Plakatkampagnen, Influencer-Reels und Festival-Sponsoring setzt Eliz auf eine Strategie, die Bartender:innen mögen, weil sie sie selten erleben: Verteilung in Bars, persönliche Verkostungen, ein Gespräch mit der Bartender-Crew, ein paar Flaschen, dann mal sehen. Die Marke wirkt, als hätte sie weniger Eile als ihr Markt.

★★★★★

„Wir haben Eliz im Sprizz, aber auch pur auf Eis mit einer Scheibe Salatgurke getestet. Beide Varianten haben funktioniert. Pur hätte ich das von einem Aperitif nicht erwartet.“

Markus W., 41Käufer · Graz · Erstbestellung über den Shop
★★★★

„Ich war fünfzehn Jahre Aperol-Fan. Eliz ist anders — trockener, etwas erwachsener. Brauche zwei Gläser, um mich daran zu gewöhnen, aber dann bestelle ich nichts anderes mehr.“

Sarah B., 35Käuferin · München · Kennt Eliz aus einer Bar
★★★★★

„Was ich an Eliz mag: keine Marketing-Geschichte, kein ‚Lifestyle‘-Bla. Es schmeckt nach etwas, und es schmeckt nach hier. Das reicht 2026 für mich.“

Carla T., 28Käuferin · Wien · Auf Empfehlung einer Bartenderin

Wo Eliz Sprizz heute steht

Im Mai 2026 hat Eliz Sprizz noch keine flächendeckende Gastronomie-Distribution. In Wien stehen einige Cocktail-Bars im Umkreis von Naschmarkt, Resselpark und Karmelitermarkt auf der Liste; in Graz ist die Verfügbarkeit dichter, in München wächst sie. Im Lebensmittelhandel ist die Marke bislang nicht angekommen — wer eine Flasche möchte, bestellt direkt über den Online-Shop der Brennerei oder fragt in einer der angeschlossenen Bars nach.

Das ist gleichzeitig die Schwäche und die Stärke des Produkts. Schwäche, weil man Eliz nicht im Supermarkt-Regal mitnimmt. Stärke, weil das Bestellen einer Flasche im Mai 2026 eine bewusste Entscheidung ist — keine Mitnahme aus Gewohnheit. Wer Eliz Sprizz heute im Glas hat, hat ihn gesucht.

Ob Eliz Sprizz tatsächlich der Aperitif des Sommers 2026 wird, entscheidet sich in den nächsten acht Wochen. Was wir sagen können: Die Vorzeichen — Bartender-Empfehlungen, wachsende Bar-Verfügbarkeit, ein eigenständiges Profil, eine regionale Herkunft, die man auf der Karte zeigen kann — stimmen.

Eliz Sprizz auf einen Blick

TypSommerbitter Aperitif
Alkohol16 % Vol.
ZutatenMango, Holunderblüte, Rhabarber
HerkunftStubenberg, Oststeiermark
HerstellerBrennerei Hödl Hof (4. Generation)
Gebinde0,7 l · 1,0 l · 0,25 l Spritzer (RTD)
UVP 0,7 l€16,99 (brutto)
UVP 1,0 l€21,99 (brutto)
Spritzer 0,25 l€2,79 — auch im 12er-Tray €32,99
Bezugedelbrand.at, ausgewählte Bars in Wien, Graz, München
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