Drei Verben aus der Oststeiermark beschreiben, was ein Sommer-Aperitif 2026 können muss — und warum er nicht mehr in einer Bar gemixt, sondern in der Hand aus dem Rucksack getragen wird. Wir haben verkostet, mit Bartender:innen aus Wien gesprochen und das fertige Format mit Aperol und Sarti verglichen.
Es gibt diese Stunde am späten Nachmittag, in der eine Wiener Cocktail-Bar leiser wird. Die Mittagshitze ist weg, die Gäste sitzen draußen, und der Bartender — nennen wir ihn Lukas Berger, Anfang dreißig, arbeitet in einer Bar nahe dem Naschmarkt — sagt einen Satz, der uns aufhorchen lässt: „Der Aperitif-Moment ist längst raus aus den Bars. Die Leute trinken ihren Spritz am Bergsee, auf der Hütte, im Park. Was fehlt, ist ein Format, das mitgeht.“
Wir haben das in den vergangenen Wochen mehrfach gehört — in Wien, in Graz, einmal in München. Eine kleine Brennerei aus der Oststeiermark hat dafür eine Antwort entwickelt, die sich in drei Verben zusammenfassen lässt: Mitnehmen. Aufmachen. Anstoßen. Was nach Marketing-Slogan klingt, beschreibt tatsächlich ziemlich genau, wie sich der Sommer-Aperitif 2026 verändert. Wir haben die drei Schritte einzeln angeschaut.
Mitnehmen
Glamping-Trips, Hüttenwanderungen, Bergsee-Sundowner, Picknicks im Park — das ist in der DACH-Region seit der Pandemie ein stabiler Trend, kein Pop-Up-Phänomen. Was draußen schon dabei ist: Bier in der Dose, Wein in der Aluflasche, kalte Limonade. Was bisher fehlt: ein ernsthafter Aperitif in einem Format, das in den Rucksack passt — und in der Hand bleibt, ohne zu zerbrechen.
Die kleine Brennerei aus Stubenberg am See — Oststeiermark, knapp 90 Kilometer östlich von Graz — füllt ihren Zirben-Aperitif seit diesem Frühjahr in 0,25-Liter-Glasflaschen ab. Verkauft wird in der 12er-Box. Eine Flasche entspricht einem Glas. Drei Flaschen passen aufrecht in einen mittelgroßen Daypack, zwölf in einen Picknickkorb oder eine Kühltasche. Glas hält die Temperatur länger als Aluminium, ist aber leichter als die klassische 0,75-Liter-Aperitif-Flasche.
Aufmachen
Was im klassischen Aperitif-Setup an Aufwand drinsteckt, fällt am See aus: das Mischverhältnis, das Eis, das Soda, das zweite Glas, die Orangenscheibe. Wer einen Aperol-Spritz auf der Hütte will, schleppt mindestens drei Komponenten mit. Wer den fertig gemixten Spritz aus der 0,25-Liter-Flasche will, schraubt den Verschluss auf und ist fertig.
Die Brennerei hat den Aperitif für das Spritzer-Format auf Trinkstärke heruntergebracht — kein Konzentrat zum Aufgießen, sondern direkt mischfertig in der Flasche. „Eine Flasche entspricht einem Glas“, erklärt Michiel Jalink, der Eigentümer der Brennerei, beim Vorbeischauen. „Du musst nichts mehr abmessen, nichts mischen, kein Eis suchen — du hast den fertigen Spritz in der Hand.“ Das klingt simpel, ist aber genau der Punkt, an dem Outdoor-Konsumenten bisher abgesprungen sind.
Anstoßen
Im Wirtshaus stößt man mit Gläsern an. Auf der Wanderbank stößt man mit Flaschen an — und das ist nicht weniger ehrlich. Das Klirren ist sogar verlässlicher: Eine 0,25-Liter-Glasflasche gibt einen klaren, hohen Ton, der weiter trägt als das gedämpfte Klirren eines Cocktail-Glases. Wer das einmal erlebt hat, versteht, warum die Brennerei das Format genau so und nicht in Aluminium gewählt hat.
Geschmacklich ist die Linie eigenständig. Wo Aperol auf Orange-Bitter und Sarti auf Rhabarber-Süße setzt, schmeckt die Zirben-Version harziger, leicht herb, mit Wald-Anklang. Wir haben die Flasche in einer kleinen Runde verkostet — drei Personen, alle mit Aperitif-Erfahrung, alle ohne Vorab-Kenntnis der Marke. Ergebnis: kein einhelliges „Wow“, aber auffallend viel Interesse an der Eigenständigkeit. „Schmeckt nicht wie Aperol, will auch nicht so schmecken — das ist sympathisch“, sagte eine der Verkoster:innen.
Eingeordnet: Aperol, Sarti, Zirberol
Damit die Einordnung nicht nur aus der Verkostung heraus erfolgt, haben wir die drei Aperitifs nüchtern nebeneinandergestellt — nach den Kriterien, die unsere Bartender-Stimmen am häufigsten genannt haben. Aperol war 2014 das Phänomen des Sommers, Sarti hat 2024 das Bitter-Lager bedient, und der Zirben-Spritzer aus Stubenberg ist 2026 nicht als Konkurrenz zu beiden gedacht, sondern als drittes, eigenständiges Profil.
Drei Aperitifs im Vergleich · Mai 2026
Was die Tabelle nicht zeigt: Eine 0,25-Liter-Flasche entspricht in der Konsumlogik einem Glas. Wer einen Aperitivo-Moment für zwei plant, nimmt zwei Flaschen mit. Wer einen Abend mit Freunden plant, nimmt sechs mit. Die 12er-Box reicht für ein klassisches Hüttenwochenende mit drei bis vier Personen.
Was Käufer:innen sagen
Im Online-Shop der Brennerei (edelbrand.at) finden sich 128 Bewertungen mit einem Schnitt von 4,84 von 5 Sternen. Wir haben drei Stimmen ausgewählt, die uns repräsentativ erschienen — darunter bewusst auch eine kritischere Bewertung, weil sie aus unserer Sicht das Profil schärft.
„Wir haben das 12er-Set für unser Maiwochenende auf der Hütte gekauft. Jeder eine Flasche pro Abend, kein Setup, kein Aufwand. Wird’s wieder geben.“
„Hatten Aperol jahrelang am See dabei — mit Wein in der Plastikflasche, mit Soda, mit Eiswürfel-Box. Nervt einfach irgendwann. Das hier ist die fertige Antwort darauf. Eine Flasche, ein Schluck, fertig.“
„Schmeckt definitiv anders als ich gewohnt war. Bin Aperol-Trinker, und der Zirbenton war beim ersten Glas ungewohnt. Beim zweiten besser, beim dritten überzeugt. Wer einen Aperol-Klon erwartet, wird enttäuscht — gut so.“
Auf einen Blick
- ProduktZirberol Spritzer · 0,25-Liter-Glasflasche
- HerstellerBrennerei Hödl Hof, Stubenberg am See
- RegionOststeiermark, Österreich
- Format12 × 0,25l (Sommer-Set)
- Alkoholgehalt11 % vol.
- UVP€ 34,99 (€ 2,92 / Glas)
- Bewertung4,84 / 5 Sterne (128 Bewertungen)
Der Bergsommer-Aperitif — direkt bei der Brennerei
Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag ist in Kooperation mit der Brennerei Hödl Hof entstanden und enthält Affiliate-Links. Der Alpen-Kurier kennzeichnet kommerziell finanzierte Inhalte eindeutig als Anzeige. Verkostungen werden redaktionell durchgeführt, zitierte Bartender:innen und Käufer:innen werden unabhängig befragt.
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